Donnerstag, 7. Februar 2008

Internet. Weiterentwicklung und Rückkehr einer Autorschaft

Die präzise Entschlüsselung der Funktion von Autor, Text und Leser hinsichtlich ihrer Rolle im/durch das Internet 2.0 gestaltet sich mitunter schwierig. Der Autor, der in verschiedenen Aktionen bei Texten im Netz agiert, kann sowohl als Programmierer auftreten oder als eine Art kreative Instanz, um dem so genannten Macher eines im Internet veröffentlichten Textes im weitesten Sinne einmal einen Namen zu geben. Somit sind wir auch schon beim eigentlichen Problem der Suche und Bestimmung einer Autorschaft angelangt. Die genaue Erklärung dieser kreativen Instanz lässt sich wohl nicht einfach genauer erklären. Mit der Definition des Internetautors beschäftigen sich unter anderem Medienphilosophen und Hypertexttheoretiker. Auch sie stoßen immer wieder auf Probleme bezüglich des Definitionsrahmens und der Abgrenzung. Immer geht es darum, dass jene besagten Textkreationen nicht explizit greifbar sind, keinen realen Anfang und Ende besitzen und vielleicht sogar ein einziger riesiger, sich täglich erweiternder Hypertext existiert. Hinzu kommen dann noch die Funktion von Bild, Video und Musik in Verbindung mit Text. Oft ist dabei die Rede vom Verlust der Autonomie des Textes und somit auch vom Tod des Autors, da es kein von ihm erbrachtes, Bedeutung stiftendes Zentrum mehr in diesen Netzwerken aus Codes gibt. Es heißt, der Autor sei hier nicht mehr handlungsmächtig und intensionsfähig und bleibt auch in anderen Funktionen verkümmert.
Um diese aktuelle Strömung, die Netzliteratur einzuordnen und verstehen zu können, sollte zunächst darauf verwiesen werden, dass alle bisherigen geltenden Maßstäbe, die angelegt wurden, um den Autor zu bestimmen, durch die Vielfältigkeit und die Unterschiedlichkeit der Hypertexte nicht mehr richtig greifen. Ein Novum ist beispielsweise, dass der Autorbegriff sich potenziert. Verfasser von Hypertexten, Hyperelementen und auch Setzer von Links können Autoren sein. Außerdem muss ein Autor keine reale Person sein, vielmehr können hinter einem Text auch ein Label, eine Gruppe oder fiktive Personen stehen. Das Verhältnis zwischen Autor, Text und Leser und damit auch jeder Begriff für sich muss dem Medium angepasst werden, um dieses weite Feld angehen zu können. Die Analyse muss auf Ebene dieser Publikationsfläche gesehen werden und nicht nur traditionellen Theorien unterzogen bleiben. Sicherlich sind Ausdehnungen alter Begrifflichkeiten und Neudefinitionen nötig. In Umgang und Bewertung von Internettexten darf nicht hinter die Möglichkeiten, die diese Technik bietet zurückgefallen werden. Den neuen Bedürfnissen von Autor, Text und Leser muss nachgegangen werden, sie sind Innovationen und ermöglichen neue Ideen auf Grundlage der gegebenen Technik.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hypertext ist doof!